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Barcelona is(s)t mehr als Tapas

Tapas in Barcelona © Foto Markus Schollmeyer Freikopf Reise-Speise-Blog
Tapas in Barcelona © Foto Markus Schollmeyer

Barcelona ist nicht nur eine schöne Stadt, sondern auch kulinarisch ein Highlight. Leicht lässt sich ein Bummel über die Ramblas, der Besuch der Sagrada Familia oder im Park Guell lecker-perfekt abrunden. Allerdings sind auch in Barcelona Tapas nicht gleich Tapas. Früher dachte ich immer, Tapas sind kleine Vorspeisen, die sich zu einer ganzen Mahlzeit ausgewachsen haben. Das stimmt so nicht, wie mir der Wirt einer kleinen Bar erzählte.

Tapas heißt in etwa „kleiner Deckel“ und ein solcher wurde wegen der Hitze und der Fliegen auf die Gläser gelegt. Das sollte verhindern, dass Insekten ins Getränk fallen. Da nun aber auch noch Wind weht, mussten die Deckel beschwert werden. Die Wirte legten deshalb die Nüsse und das Knabberzeug auf die Deckel. Ein besonders schlauer Wirt bemerkte, dass die Gäste zuerst schauten, was auf den Deckeln lag, um dann zu entscheiden, in welche Bar sie gehen. Also peppte er seine Deckel mit kleinen Speisen auf. Und weil auch die anderen Wirte hinter diesen Trick kamen, machten sie es auch. Und schon entstand ein Wettlauf um die leckersten Deckel, die Tapas. So soll schließlich die Tapas Kultur entstanden sein. Diese kleine Geschichte zeigt, dass man Tapas wohl am besten dort isst, wo sie herkommen: in kleinen Bars, die in der ganzen Stadt verstreut sind.

Kreative Tapas sind die Besten

Llamber Tapas Bar in Barcelona © Foto Markus Schollmeyer Freikopf Reise-Speise-Blog
Llamber Tapas Bar in Barcelona © Foto Markus Schollmeyer

Einen Tipp möchte ich aber dennoch geben. Mich hat es auf eine Empfehlung hin ins Llamber verschlagen. Eine sehr stylische Tapasbar, wo die Grenzen zum Restaurant aber fließend sind. Deshalb kann man dort auch nicht nur die üblichen und auch bekannten Tapas bekommen (“ Hackbällchen in Tomatensoße und Pata negra“), sondern es werden auch ungewöhnliche Kreationen aufgetischt. Man findet dort z.B. Tintenfisch umwickelt mit Kanninchenschnitzel und weitere Kreationen. Mir hat es sehr gut geschmeckt. Die Preise sind zwar gemessen an den Preisen in Barcelona ordentlich, aber erreichen nicht den Level deutscher Großstädte. Das fällt besonders beim Blick auf die Weinkarte auf, wo man ein sehr ordentliche Tröpfchen zu einem äußerst fairen Preis angeboten bekommt. Kurzum: Ich fand es dort sehr lecker und gut. Bei einem nächsten Besuch werde ich wieder hingehen.

Gute Restaurants an jeder Ecke

Markt "de la Boqueria in Barcelona © Foto Markus Schollmeyer Freikopf Reise-Speise-Blog
Markt „de la Boqueria“ in Barcelona © Foto Markus Schollmeyer

Wer dagegen in ein Restaurant gehen möchte, wo es spanische Küche in edler Form gibt, dem wird es im Boca Grande gefallen. Dieses Restaurant bietet auch die katalanische Küche an. Besonders Fischesser kommen dort voll auf ihre Kosten: man bestellt dort nicht einfach einen Fisch und bekommt ihn dann serviert, sondern der Wirt kommt mit mehreren Fischen und man sucht sich einen aus, der dann nach seinen Wünschen zubereitet wird. In meinem Fall was das eine Dorade in Salzkruste mit Gemüse und Patatas, den frischen Kartoffelchips. Sehr lecker! Aber auch das Ambiente ist eine Erwähnung wert. Nicht nur, dass es eine angeschlossene Bar namens Boca Chica gibt, auch die Toiletten sollte man sich ansehen. Dort steht im Zentrum ein aufwendig verziertes Waschbecken, wo sich Männlein und Weiblein nach dem Wesentlichen die Hände waschen. Kommunikation ist damit garantiert.

Frisch und lebendig: Der Markt

Wer es uriger will, der sollte auf den Markt Mercat de la Boqueria gehen und sich dort in einer der anschließenden Bars oder auch an den Märktständen selbst die frischesten Leckereien gönnen. Wer dort nichts essen will, kann sich zumindest das lebhafte Treiben des Marktes ansehen. Der Markt ist leicht zu finden, denn er schließt sich seitlich direkt an die Ramblas an

Den Flair genießen

Place del Rei in Barcelona © Foto Markus Schollmeyer Freikopf Reise-Speise-Blog
Place del Rei in Barcelona © Foto Markus Schollmeyer

Nicht weit weg von der Boqueria ist der Placa del Rei. Auf diesem wunderschönen Platz gibt es nicht nur Palmen und bezaubernde Arkaden, sondern auch eine Menge Restaurants. Zugegeben, es ist touristisch dort, aber ich konnte dem Flair des Platzes nicht widerstehen und habe mir eine Paella in einem der Restaurants gegönnt. Wer den Platz auch zusammen mit einem Essen oder Kaffee bzw. Drink erleben möchte, fährt am besten, wenn er sich die Restaurants, Cafes und Bars und deren Speisekarten ansieht und anschließend seinen Bauch respektive den Magen entscheiden lässt. Vergessen sollte man aber nicht: man isst dort wegen des Ausblicks auf das Treiben des Platzes und des Flairs, nicht wegen der Küche.

Übernachten kann, muss aber nicht teuer sein

Blick über die Skyline von Barcelona aus dem Hotelfenster © Foto Markus Schollmeyer Freikopf Reise-Speise-Blog
Blick über die Skyline von Barcelona aus dem Hotelfenster © Foto Markus Schollmeyer

Was Hotels angeht, so hat Barcelona viele gute bis sehr gute Hotels zu bieten, die auch die entsprechenden Preise aufrufen. Besonders dann, wenn sie in der Nobelgegend um den Passeig de Gracia liegen. Shopping-Freunde und besonders die Shopping-Freundinnen werden dort eine Menge Zeit und Geld brauchen können. Wer nicht so teuer übernachten möchte, der ist vermutlich mit airbnb gut bedient. Alternativ gibt es auch sehr gute Hotels etwas ausserhalb vom direkten Zentrum, was aber bei den milden Taxipreisen in Barcelona eine mehr untergeordnete Rolle spielt. Man kommt auch von dort mit dem Taxi schnell, günstig (4-7 €) und vor allem bequem ins Zentrum oder die Hospots. Und wer Glück hat, bekommt auch einen Hammer-Blick aus dem Hotelzimmer, denn viele außerhalb des Zentrums sind höher gebaut.