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Havanna: Ein Abend am Malecon

Havanna © Markus Schollmeyer 2016
Havanna © Markus Schollmeyer 2016

Vielleicht könnt ihr Euch vorstellen, wie sehr ich mich gefreut habe, ein Projekt auf Kuba begleiten zu dürfen. Mit der Condor ging es direkt aus München nach Havanna. Dort empfing uns der tropische Regen, denn es war Regenzeit. Bei 28 Grad und gefühlten 120 % Luftfeuchtigkeit fühlt man sich im Anzug besonders wohl. Wie dem auch sei, der Trip war sehr erfolgreich. Und ein paar Tipps habe ich auch mitgebracht.

Wer in Kuba ein Zimmer sucht, hat zwei Möglichkeiten. Entweder er kommt privat in einem sog. casa particular unter oder steigt in einem der großen Hotels ab. Der Vorteil von Hotels: Alles unter einem Dach und man kann mit der Heimat in Verbindung bleiben. In den Hotels gibt es nämlich Internet. Die meisten Privatunterkünfte haben keinen Internetzugang. Als Ausländer kann man aber immer unter Vorlage seines Passes in eines der großen Hotels gehen und sich einen temporären Internetzugang kaufen. Ist halt umständlicher.

Mango Daiquiri auf Kuba © Markus Schollmeyer 2016
Mango Daiquiri auf Kuba © Markus Schollmeyer 2016

Wer sich für das bekannte Hotel Nacional entscheidet, kann neben dem Internet auch den angeblich besten Mojito Havannas probieren. Meiner Meinung nach gibt es aber deutlich bessere in der Stadt. Aber das ist ja bekanntlich Geschmackssache. Ansonsten kann man gegen eine kleinen Unkostenbeitrag von 20 CuC den Pool im Nacional nutzen, auch wenn man kein Hotelgast ist. In den meisten Hotels kann man zudem mit Kreditkarten bezhalen, was sonst auf Kuba alles andere als selbstverständlich ist.

Wer ein Hotel mit düsterer Geschichte sucht, sollte im vollständig renovierten Hotel Capri nächtigen. Dort traf sich bis 1959 die Mafia. Das Hotel gehörte dem berüchtigten Mafioso Meyer-Lansky, der dort auch ein Casino betrieb. Heute ist das natürlich anders. Auch hier kann man gegen Gebühr ins Internet.

Hauptgericht im O´Reilly´in Havanna © Markus Schollmeyer 2016
Hauptgericht im O´Reilly´in Havanna © Markus Schollmeyer 2016

Kubaner zahlen bar. Und zwar mit dem Peso, während Touristen mit einer eigenen Währung namens CuC bezahlen, deren Umrechnungskurs 1:1 dem Dollar entspricht. Man sollte also immer aufpassen, welchen Geldschein man im Wechselgeld hat, denn der Peso hat ca. 1/200 des Wertes des CuC. Wer dann noch seinen Taxifahrer vorher nach dem Preis fragt und sich nicht auf die vielen Schlepper einläßt, die einen auf der Straße mit Restaurant- und Bartipps ansprechen, braucht sich keine Sorgen um seine Sicherheit machen. Kriminalität ist auf Kuba nämlich praktisch nicht wirklich vorhanden.

Autofahrt im Regen auf Kuba ©Markus Schollmeyer 2016
Cabriofahrt im Regen auf Kuba ©Markus Schollmeyer 2016

Mein Restaurant Favorit: Wer gut essen will, sollte sich ins O´Reilly´s begeben. Dort gibt es leckere cubanische und karibische Küche zu guten Preisen und Weltklasse Drinks. Mit einem Mango Daiquiri kann man praktisch nichts falsch machen. Biertrinker werden am kubanischen Bier Cristal ihre Freude haben. Übrigens der für Kuba ungewöhliche Name O´Reilly´s kommt von der Lage des Restaurants in der Calle O´Reilly.

Wer danach noch einen Rum zum Ausklang des Abends trinken und Kubanern zusehen möchte, wie man wirklich Salsa oder Merengue tanzt, sollte sich ins Bolabana fahren lassen. Dort treffen sich die Angesagten von Havanna und durchfeiern die Nacht. Los geht´s so ab 1.30 Uhr. Wer auf Nummer sicher am Türsteher vorbei möchte, sollte reservieren oder sehr rechtzeitg erscheinen.

Weg zum Meer KubaDa ich ja nicht im Urlaub war, sondern viele Termine anstanden, fuhren wir oft und weit über die Insel. Klingt anstrengend, war aber für mich sehr spannend. So bekommt man einen Eindruck des „echten“ Kubas. Mein Tipp: Mit einem Oldtimer und privatem Fahrer (die findet man überall vor den Hotels) eine Landpartie Richtung Strand oder an die wilde Küste im Süden.

Was man sonst noch machen kann: Einfach durch Havanna schlendern, sich am Malecon auf die Kaimauer setzen und die vielen Eindrücke in sich aufsaugen, alte Autos bewundern, gute Stimmung mitnehmen, freundliche Menschen treffen und einen Blick zurück in die Vergangenheit bekommen. Man fühlt sich wie in den 1960ern. Mir hat es gefallen, auch wenn die Zeit durch die vielen beruflichen Termine nicht ausreichte, sich alles anzusehen, was ich wollte. Aber vielleicht komme ich ja mal als Tourist zurück.