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Von Miami bis Cape Cod – Running with the family Teil 1

Düsseldorf – Letzter Feinkost-Halt vor Burger-Land

Hotel in Fort Lauderdale
Hotel in Fort Lauderdale

Reisen geht durch den Magen, sagt der Volksmund. Diese Reise beginnt magenfreundlich. Denn endlich gibt es auch eine gute asiatische Küche im Abflugbereich des Düsseldorfer Flughafens. Die Thai-Cocos-Suppe mit Shrimps oder Huhn kostet kaum mehr als ein halber Liter Wasser in den umliegenden Selbstbedienungs-Restaurants. Restaurant ist natürlich das falsche Wort für diese Abzockbuden, aber mir fällt gerade nichts anderes ein. Vielen Flugreisenden fällt offenbar auch nichts anderes ein oder es gehört für sie einfach dazu, kurz vor Abflug für ein schlecht belegtes, schlecht gebackenes Brötchen und einen Kaffee mehr zu bezahlen, als für den Flug selbst. Anders kann ich mir nicht erklären, warum sich nicht alle in dem Asia-Schuppen stapeln. Stattdessen immer noch Schlangen in den Abzockbuden. Muss wohl sowas sein, wie die Liebe zum Stau am ersten Ferienwochenende.

Air Berlin wartet gleich zu Beginn mit einer tollen Nachricht auf seine Fluggäste: Der Flug nach Miami wird ungefähr eine Stunde kürzer dauern, als geplant. Das macht die Verspätung beim Abflug etwas mehr als wett. Die Bordunterhaltung ist lausig. Und wer sich schon mal überlegt hat, angesichts eines 10 Stunden-Fluges eventuell ein bisschen draufzulegen und „Business“ zu fliegen, kann diese Überlegungen gleich wieder einstellen. Entweder weil der Preis für Business-Tickets niemals angemessen, aber immer komplett übertrieben ist. Oder weil Air Berlin für den dreifachen Ticketpreis gegenüber der Holzklasse, nur Holzklasse mit etwas mehr Beinfreiheit und einem stärkeren Neigungswinkel der Rückenlehne anbietet. Poor.

Am Flughafen Miami die übliche Prozedur. Woher kommen Sie? Was arbeiten Sie? Lassen Sie sich bitte ein paar Fingerabdrücke nehmen. Okay, letztere Aufforderung war in dieser Schilderung selbstverständlich viel zu höflich und schlicht geglättet. Aber man muss in diesem Land aufpassen, was man schreibt. Homeland Security.

Der Autovermieter ist umso freundlicher. Wir dürfen uns eins aus einer Reihe von zehn Autos aussuchen. Die Mitarbeiterin gibt mir noch den Tipp, ich solle doch den knallroten Mustang Cabrio nehmen. Das mache ich dann auch, schon alleine, weil neben dem Mustang Cabrio noch neun weitere Mustang Cabrios stehen. Und das bei einer „Economy“-Buchung! Keine 10 Kontrollen später sind wir auf dem Weg nach Fort Lauderdale. Ziel ist ein Hotel, das in allen Beschreibungen und Besucher-Kommentaren als „familienfreundlich“ beschrieben wird. Kein schlechter Ort, um sich die ersten zwei Tage zu akklimatisieren. Schließlich ist es hier ein paar Grad kälter als zuletzt in Deutschland. Ganz zu schweigen von den geradezu arktischen Verhältnissen in nahezu allen Gebäuden. Winterwonderland.

Das Hotel ist schnell gefunden. Jetzt noch kurz etwas Schnelles essen, bevor es ins Bett geht. Sohnemann in den Mustang gesetzt und ab zum KFC, McDonald´s gibt es schließlich auch in Deutschland schon an jeder Ecke. Schade, macht direkt vor unserer Nase zu. Okay, dann eben Burger King. Auto bei KFC stehen lassen, über eine Straße rüber, fertig. Denken wir. Nach einer halben Stunde geben wir es auf, darauf zu warten, dass die Fußgängerampel auf Grün schaltet. Allein schon, dass es eine Fußgängerampel gibt, hätte mich stutzig machen müssen. Dann überqueren wir halt eine andere Straße, eine mit grüner Ampel. Auf der anderen Seite gibt es schließlich auch was zu futtern. Und schon sitzen wir bei McDonald´s. Einmal ist keinmal.